29.09.2023

Die Dunkelheit ist Einbrechers Liebling:
Fenster und Türen jetzt richtig sichern


Einbrecher mögen die dunkle Jahreszeit, denn die frühe Dämmerung schützt sie bei ihren kriminellen Taten. Daher ist es Zeit, Vorkehrungen zu treffen. Das zeigt auch die Entwicklung der Einbruchszahlen. War in den Jahren der Corona-Pandemie die Zahl der der Wohnungseinbrüche zurückgegangen, ist sie im vergangenen Jahr von 70.000 Fällen auf knapp 80.000 Taten gestiegen. Um nicht selbst das nächste Opfer zu werden, sollte man sich mit dem Thema Einbruchschutz beschäftigt und tätig werden.

Für einen guten Einbruchschutz ist es wichtig, bauliche Schwachstellen durch geprüfte einbruchhemmende Bauteile zu sichern. Denn je länger Türen und Fenster dem Einbruch standhalten, desto wahrscheinlicher ist es, dass die Täter aufgeben. Inzwischen bleibt es bei fast jedem zweiten Einbruch bei einem Versuch. Bei den Einbrechern sind Einstiegsorte in schlecht einsehbaren Gebäudebereichen wie Kelleraußentüren oder auch Fenster besonders beliebt. „Häufig sind gerade Kellertüren veraltete, aber es gibt auch noch immer unzureichend gesicherte Fenster und Haustüren. Trotz staatlicher Förderung besteht immer noch ein hoher Nachholbedarf“, sagt Stephan Schmidt, Geschäftsführer des Fachverbandes Schloss- und Beschlagindustrie (FVSB).

Um den Schutz zu erhöhen, eignen sich geprüfte einbruchhemmende Türen mit Sicherheitsbeschlägen, Sicherheitsschlössern, Querriegelschlösser und Mehrfachverriegelungen. Fenster werden durch Sicherheitsbeschläge mit Pilzkopfverriegelungen und Sicherheitsschließblechen gesichert. Eine geprüfte einbruchhemmende Tür oder ein Fenster muss bei einem akkreditierten Prüfinstitut wie dem Prüfinstitut Schlösser und Beschläge Velbert (PIV) nach der DIN EN 1627 geprüft worden sein. Diese Europäische Norm beinhaltet die Anforderungen und Klassifizierung von einbruchhemmenden Bauteilen. Je nachdem welchen Anforderungen das Bauteil in der Prüfung standhält, wird es gemäß der Norm entsprechend als einbruchhemmend klassifiziert. So werden die Produkte nach der Norm DIN EN 1627 in eine der Widerstandsklassen (engl. Resistance Class, RC) RC 1 N bis RC 6 klassifiziert. Bei Fenster und Türen im privaten Bereich wird mindestens die Widerstandsklasse RC 2 empfohlen.

Steht keine Neuanschaffung an, gibt es zahlreiche Produkte zum Nachrüsten. Wichtig ist es, sich von einem Fachbetrieb beraten zu lassen. Der Fachbetrieb wählt dann die passenden Produkte aus und montiert sie fachgerecht. „Es ist besser, die Montage einem Fachmann zu überlassen. Denn falsch montierte Produkte bieten auch keinen Schutz vor einem Einbruch“, erläutert Stephan Schmidt. Bei Nachrüstprodukten muss darauf geachtet werden, dass nur ge-prüfte Nachrüstprodukte gemäß DIN 18104-1 (aufschraubbare Nachrüstpro-dukte) und DIN 18104-2 (im Falz eingelassene Nachrüstprodukte) verwendet werden. Diese Produkte sind in Anlehnung an die DIN EN 1627 auf die Widerstandsklasse RC 2 geprüft. Bei fachgerechter Montage bieten diese Produkte auch einen sehr guten Schutz gegen Einbruch. Die Kommission Polizeiliche Kriminalprävention (KPK) veröffentlicht regelmäßig Listen mit geprüften und zertifizierten einbruchhemmenden Produkten. Auf diese Weise kann sich jeder einen Überblick verschaffen.

Für diejenigen, die etwas in Sachen Einbruchschutz tun möchten, bietet die KfW-Bankengruppe unter anderem einen Kredit für den altersgerecht Umbauen bis zu einer Höhe von 50.000 Euro. Dieser Kredit soll nicht nur für den Abbau von Barrieren und für mehr Wohnkomfort sorgen, sondern auch für einen besseren Einbruchschutz. Das Geld können sowohl Eigentümer als auch Mieter beantragen und es muss nicht zurückgezahlt werden. Um die Förde-rung in Anspruch nehmen zu können, muss der Antrag jedoch vor dem Umbaubeginn bei der KfW gestellt werden.

 

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Prüfung eines einbruchhemmenden Fensters im Prüfinstitut Schlösser und Beschläge Velbert (PIV).

Bildquelle: FVSB

FVSB_Stephan_Schmidt

Stephan Schmidt, Geschäftsführer des Fachverbandes Schloss- und Beschlagindustrie (FVSB).

Bildquelle: FVSB

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