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Arbeitskreis Baubeschlag - Ständige Konferenz
(Weimar, 23.11.2017)

Rund 60 Vertreter der Schloss- und Beschlagindustrie sowie des Baubeschlagfachhandels trafen sich am 23. November 2017 zur jährlich stattfindenden "Ständigen Konferenz" in Weimar. An der Geburtsstätte des Bauhaus diskutierten die Teilnehmer über aktuelle und zukünftige Herausforderungen an die Branche. Auf dem nach strengen kartellrechtlichen Compliance-Regeln durchgeführten Branchentreff bewertete der Fachhandel die derzeitige Marktsituation vergleichsweise zurückhaltend:
Martin Meesenburg schätzt als Sprecher des Arbeitskreises Baubeschlag im ZHH die Umsatzentwicklung für das laufende Jahr leicht rückläufig ein, "mit Glück wird es eine schwarze Null". Nicklas Schulte, Geschäftsführer des Arbeitskreises Baubeschlag, macht die verhaltene Entwicklung des ersten Halbjahres im Tür- und Fensterbeschlagbereich für diese vorsichtige Prognose verantwortlich, der Möbelbeschlag wird leicht gewinnen. Zukünftig werden die Themen "Smart-Home", Online-Vertrieb und der elektronische Austausch von Produktdaten die Zusammenarbeit in der Wertschöpfungskette maßgeblich beeinflussen.
Karl Kristian Woelm, Vorsitzender des Fachverbandes Schloss- und Beschlagindustrie, kann hingegen für die Industrie leicht steigende Umsätze melden. Die Hersteller profitieren dabei stärker als der Handel von positiven Entwicklungen auf ausländischen Märkten, während das Inlandsgeschäft hinter den Erwartungen zurück bleibt. Holger Koch, stellvertretender Geschäftsführer des Fachverbandes, verweist auf die anhaltend guten konjunkturellen Rahmenbedingungen und positiven Prognosen für den deutschen Türen- und Fenstermarkt, betont dabei aber, dass ausländische Wettbewerber weiterhin überproportional vom Marktwachstum profitieren und steigende Vormaterialpreise die Branche vor neue Herausforderungen stellen.
Stephan Schmidt, Geschäftsführer des Fachverbandes, kritisiert die stetige Zunahme an bürokratischen Anforderungen insbesondere an Bauprodukte: Bei der Kennzeichnungspflicht scheint die Grenze der technischen Machbarkeit oder der wirtschaftlichen Zumutbarkeit bereits erreicht zu sein; die Anwendung der Nickel-Guideline für Schlüssel konnte durch intensive Gespräche mit anderen Verbänden und einem Widerspruch bei der Europäische Chemikalienagentur ECHA gerade noch verhindert werden. Auch die Umstellung der Bauregelliste auf die Verwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen und das europäische Normungswesen werden Industrie und Fachhandel fordern.

Abgerundet wurde das Tagungsprogramm durch zwei interessante Gastvorträge:
Prof. Dr. Ines Weizman, Direktorin Bauhaus-Institut für Geschichte und Theorie der Architektur und Planung der Universität Weimar, referierte über "Die drei Leben der Dinge". Zentrales Thema war die Planung eines von Adolf Loos konzipierten Wohnhauses für Josephine Baker in Paris und dessen mögliche Umsetzung fast hundert Jahre später. Initiiert wurde dieses Projekt durch den Wettbewerb "Ordos 100" bei dem einhundert Architekten eingeladen wurden, Villen in Ordos (innere Mongolei, China) zu entwerfen.
Ulrich Schmidt-Kuhl, Mitglied der Geschäftsleitung der Heinze GmbH, bereitete das Thema "Wieviel BIM braucht die Schloss- und Beschlagindustrie?" für die Tagungsteilnehmer auf. BIM-Grundgedanke ist, dass Building Information Modeling sämtliche "Lebenszyklen" eines Gebäudes abbilden soll. Die benötigten Daten während Planung, Baudurchführung, Betrieb und sogar bei Abriss oder Umbau unterscheiden sich erheblich, müssen aber zum jeweiligen Zeitpunkt im notwendigen Detailierungsgrad vorliegen. Eine Reduzierung auf die jeweils relevanten Daten ist dabei zwingend notwendig, in der entscheidenden Phase aber müssen sie vollständig und digital vorliegen.

Ein ganz besonderer Dank ging an Wolf Hoppe, HOPPE AG, der 15 Jahre lang als "Sprecher der Industrie" die Position der Schloss- und Beschlaghersteller auf der Ständigen Konferenz vertrat. Diese Funktion übernahm in Weimar erstmals Karl Kristian Woelm, der im Juni zum Vorsitzenden des Fachverbandes Schloss- und Beschlagindustrie gewählt worden ist. Martin Meesenburg bedankte sich im Namen des gesamten Handels für die langjährige vertrauensvolle und stets konstruktive Zusammenarbeit.